Rüstungsaltlast ehem. DSC-Werk Moschwig Hydrogeologisches Modell Kossa
Im Einzugsbereich des kommunalen Wasserwerks befindet sich etwa 2 km nordöstlich der Ortschaft Kossa ein während des Zweiten Weltkriegs betriebener Industriestandort zur Sprengstoffproduktion sowie Granatenherstellung und -befüllung. Der Industriestandort wurde während der Nachkriegszeit durch die Rote Armee demontiert, und im Nachgang durch die Nationale Volksarmee als Munitionsdepot genutzt. Seit der Wiedervereinigung wird das Areal als Bundesliegenschaft verwaltet. Im Zuge der Produktionsprozesse wurden Boden- und Grundwasserkontaminationen sowohl mit sprengstofftypischen Verbindungen als auch mit Lösemitteln verursacht. Beide Stoffklassen stellen eine akute Gefährdung des Schutzguts Grundwasser dar.
Im Rahmen der Detailerkundung des Altlastenstandorts wurde ein hydrogeologisches Modell für das Einzugsgebiet des Wasserwerks erstellt. Der nördliche Rand des Einzugsgebiets befindet sich im Kopfbereich der durch ausgeprägte glazialtektonische Deformation gekennzeichneten Schmiedeberger Stauchendmoräne; der südlich angrenzende, den gesamten Rest des Einzugsgebiets abdeckende Bereich wird durch Sanderablagerungen charakterisiert.
Vor dem Hintergrund der vorliegenden Bohrergebnisse war insbesondere die laterale Ausdehnung des Schollenstockwerks zu kartieren, da hier durch allochthone Tertiärtonschollen eine Reihe relevanter schwebender Grundwasserniveaus ausgebildet sind, die für die Schadstoffmigration Bedeutung haben. Als Grundwasserleiterbasis wurde ferner auch die Oberfläche des autochthonen Tertiärs definiert und auskartiert.
Auftraggeber
Sächsisches Immobilien und Baumanagement, Leipzig
Durchführung: seit 2003
Finanziert durch
Sächsisches Immobilien und Baumanagement, Leipzig
Kategorie
Ressourcenmanagement
Projektdaten
Fläche: 18,5 km²
Wasserwerke im Gebiet: 1
Grundwasserentnahme: ca. 4,5 Mill. m³/a
Grundwasserdargebot: ca. 7,5 Mill. m³/a
Erbrachte Leistungen
- Plausibilitätsprüfung der Eingangsdaten
- Auswertung geologischer Daten (127 Bohrungen)
- Kartierung von 11 hydrostratigraphischen Einheiten in Mächtigkeits-/Verbreitungskarten sowie Schichtober- und -unterflächen
- Kartierung der internen Struktur der Stauchendmoräne
- Abgrenzung schwebender Grundwasserniveaus
- Datenverwaltung in GIS-Datenbank-System
- Datenexport in das hydraulisch-numerische Modell
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