Verfahrens- und anlagentechnische Optimierung Meerwasserentsalzungsanlage
Die Trinkwasserversorgung der Nordseeinsel Helgoland und der Düne erfolgt seit 1989 über eine Meerwasserentsalzungsanlage (einstufige Umkehrosmose mit Hohlfasermodulen). Infolge des saisonal stark schwankenden Trinkwasserbedarfs ist die Anlage dreistufig aufgebaut. Die Deckung der Grundlast erfolgt durch eine Brackwasseranlage. Zur Spitzenlastdeckung dienen zwei Meerwasserentsalzungsstraßen. Aufgrund massiver Betriebsprobleme wurde CONSULAQUA Hamburg (CAH) 1990 erstmals von den Versorgungsbetriebe Helgoland beauftragt. 1995 begann die schrittweise Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen im Betrieb während der Wintermonate (da im Notfall ein Wasserschiff eingesetzt werden muss).
Zur Beseitigung grundlegender Probleme wurden eine Vordruckregelung und eine mengenproportionale Chemikaliendosierung installiert, die Entsäuerung von dolomitischem Filtermaterial auf poröses Calciumkarbonat umgestellt. Zur Vermeidung der Bildung von THM wird nun mit Chlordioxid anstelle mit Chlorbleichlauge desinfiziert. Zur Berücksichtigung der stark schwankenden Rohwasserqualität, insb. bei abfiltrierbaren Stoffen, Trübung und Salzgehalt wurde eine Vordruckregelung und eine Trübungsmessung installiert. Zudem wurde die Flockenfiltration mittels Eisensalzen und FHM auf eine Flockungsfiltration mittels PAC, Konzentratteilrückführung und Erstfiltratrückführung umgestellt. Zur Optimierung der Arbeitsabläufe wurde die Schwefelsäuredosieranlage erneuert und die Filterspülung automatisiert. Weiterhin wurde eine neue Leittechnik geplant sowie eine Umstellung auf andere Membransysteme vorgeschlagen.
Auftraggeber
Versorgungsbetriebe Helgoland GmbH (VBH)
Durchführung: 1990 - 2002
Finanziert durch
Versorgungsbetriebe Helgoland GmbH (VBH)
Kategorie
Wasserversorgung
Projektdaten
Einwohner: 1.600
Übernachtungsgäste (Hauptsaison): ca. 2.200
Tagesgäste (Hauptsaison): ca. 6.000
1. Stufe Brackwasseranlage
- Zufluss Brackwasser: 15 m³/h
- Druck: 20 bar
- Ablauf Permeat: 10 m³/h
2. Stufe Meerwasserentsalzungsanlage
- Zufluss Meerwasser: 2 x 60 m³/h
- Druck: 60 bar
- Ablauf Permeat: 2 x 20 m³/h
3. Stufe Aufhärtung
Erbrachte Leistungen
Ingenieurleistungen nach HOAI:
- Begutachtung Pilotversuche zur Aufbereitung
- Vorplanung
- Ausführungsplanung
- Erstellung der Ausschreibungsunterlagen
- Mitwirkung bei der Vergabe
- Schlüsselfertige Abwicklung
- Projektsteuerung
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